SuperFreakonomics - Nichts ist so wie es scheint: Über Erd-Abkühlung, patriotische Prostituierte und warum Selbstmord-Attentäter eine Lebensversicherung abschließen sollten


 
Schade ... bleibt im Schatten von Freakonomics!
• • • • •   (bewertet mit 3 von 5 Punkten)

Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: SuperFreakonomics - Nichts ist so wie es scheint: Über Erd-Abkühlung, patriotische Prostituierte und Selbstmord-Attentäter mit Lebensversicherung (Taschenbuch) Vor einigen Jahren erschien das Buch "Freakonomics". Ich habe es verschlungen, geliebt. Es war überraschend, hat zum Querdenken angeregt und vieles hinterfragt. Das Prinzip, Statistik auf gesellschaftliche Phönomene anzuwenden war genial. Mit grossen Erwartungen habe ich den Nachfolger Superfreaconomics gelesen und war leicht enttäuscht. Eigentlich fängt es gut an: es setzt die Einführung des Kabelfernsehens mit der Emanzipation der Frau in Indien zueinander. Dann wird es aber eher schwach: so lautet z.B. die Frage eines Kapitels: Inwiefern gleicht eine Strassenprostituirte einem Warenhaus-Nikolaus? Es folgen viele Seiten, in dem das Geschäft der Prostitution erklärt, eher durchleuchtet wird (Preise, Techniken, Zuhälter etc.). Letztlich ist die Antwort auf die Frage des Kapitels: "Beide nutzen kurzfristige Jobgelegenheiten, die sich aus der erhöhten Nachfrage zu bestimmten Feiertagen ergeben." - Da es einige Mütter gibt, die sich z.B. um den 4 Juli herum beim traditionellen Familientreffen im Washington Park, als "Teilzeitprostituierte" verkaufen - manche Männer haben dort eben noch andere Dinge zu erledigen.

Ich möchte keine weiteren Beispiele darlegen. Aber mir fiel auf, dass die Fragen, die in Superfreakonomics aufgestellt werden eher langweilig sind - oftmals sind die Antworten auch schon bekannt (z.B. warum soviele Mütter im 19. Jahrhundert am Kindbettfieber starben - kurz: die Ärzte haben sich zuwenig die Hände gewaschen). Es folgen dann viele Seiten, mit langweiligen Fakten und die Frage, wird dann ganz einfach, im Grunde in einem Satz beantwortet.

Komisch auch das relativ lange Kapitel über die Erderwärmung, bzw. welche Möglichkeiten es gibt, diese zu verhindern. Sicherlich interessant und auch die Lösung macht Lust, das Ganze mal zu starten, nur wird es sehr in Länge gezogen und somit irgendwann anstrengend zu lesen.

Gut, sind immer wieder eingeworfene Anekdoten, die für das Allgemeinwissen nützlich sind.

Generell fehlt es dem Buch aber an neuen, erstaunlichen Erkenntnissen - genau das, was den ersten Teil (Freakonomics) so besonders gemacht hat.

Wer den ersten Teil (Freakonomics) noch nicht gelesen hat, sollte sich erstmal mit diesem beschäftigen. Superfreakonomics ist zwar lesenswert, kommt aber bei weitem nicht an seinen Vorgänger heran.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 29. November 2011
Kundenrezensionen:
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